
Alles, was Sie über Dekubitus wissen müssen: Ein umfassender Leitfaden
Dekubitus, auch als Druckgeschwür oder Wundliegen bekannt, ist eine schwerwiegende Herausforderung in der Pflege, die vor allem bei immobilen Patienten auftritt. Die Erkrankung kann von oberflächlichen Hautschäden bis hin zu tiefen, schwer heilbaren Wunden reichen, die Muskeln, Sehnen oder sogar Knochen betreffen.
Was ist Dekubitus?
Dekubitus bezeichnet eine Verletzung der Haut und des darunterliegenden Gewebes, die durch anhaltenden Druck oder Reibung entsteht. Dieser Druck vermindert die Durchblutung, was zu einem Absterben des Gewebes führen kann. Besonders gefährdete Stellen sind knöcherne Vorsprünge, wie das Steißbein, die Fersen, Hüften oder Schulterblätter.
Entstehung von Dekubitus
Die Entstehung erfolgt schleichend: Anfangs kann es zu einer leichten Rötung der Haut kommen, die nicht verblasst. Ohne Maßnahmen entwickeln sich tiefergehende Schäden, die in fortgeschrittenen Stadien lebensgefährlich sein können.
Die Grade und Stadien von Dekubitus
Dekubitus wird in fünf Stadien oder Grade eingeteilt, die den Schweregrad der Erkrankung beschreiben:
- Grad 1: Die Haut zeigt eine nicht wegdrückbare Rötung, ist aber noch intakt. Diese Phase ist reversibel, wenn der Druck reduziert wird.
- Grad 2: Oberflächliche Hautschichten sind geschädigt. Es können Blasen, Abschürfungen oder eine offene Wunde sichtbar sein. Dieser Grad erfordert bereits gezielte Pflege, etwa mit druckentlastenden Hilfsmitteln.
- Grad 3: Der Schaden reicht tiefer in das Gewebe hinein. Fettgewebe und Unterhaut sind betroffen, jedoch keine Muskeln oder Knochen.
- Grad 4: In diesem Stadium kommt es zu tiefen Gewebeschäden, die Muskeln, Sehnen oder Knochen freilegen können. Infektionen sind hier ein großes Risiko.
- Grad 5: Dieser Grad beschreibt extrem fortgeschrittene Fälle, bei denen großflächige Gewebe Zerstörungen auftreten. Die Heilung ist schwierig und oft mit langfristigen Schäden verbunden.

Ursachen und Risikofaktoren für Dekubitus
Dekubitus entsteht durch eine Kombination aus Druck, Reibung und Scherkräften. Doch es gibt weitere Risikofaktoren, die die Wahrscheinlichkeit einer Dekubitus-Entwicklung erhöhen:
- Immobilität: Menschen, die bettlägerig sind oder im Rollstuhl sitzen, sind besonders gefährdet. Regelmäßige Umlagerung ist entscheidend.
- Feuchtigkeit: Durch Inkontinenz oder starkes Schwitzen wird die Haut anfälliger für Schäden.
- Mangelernährung: Nährstoffmangel schwächt die Haut und ihre Fähigkeit zur Heilung.
- Chronische Erkrankungen: Diabetes, Gefäßerkrankungen und neurologische Störungen erhöhen das Risiko.
- Alter: Ältere Menschen haben oft dünnere Haut, die anfälliger für Druckgeschwüre ist.
Die Risikofaktoren für Dekubitus verdeutlichen, warum eine sorgfältige Pflegeplanung und der Einsatz von Hilfsmitteln essentiell sind.
Prävention und Behandlung von Dekubitus
Die Prävention ist der Schlüssel zur Vermeidung von Dekubitus. Maßnahmen umfassen:
- Regelmäßige Positionswechsel: Menschen mit eingeschränkter Mobilität sollten alle zwei Stunden umgelagert werden.
- Verwendung von Hilfsmitteln: Produkte wie druckentlastende Matratzen, Sitzkissen oder Lagerungshilfen sind essenziell.
- Hautpflege: Die Haut sollte sauber, trocken und gut gepflegt sein. Feuchtigkeit kann mit entsprechenden Cremes reduziert werden.
- Ernährung: Eine protein- und vitaminreiche Ernährung unterstützt die Hautgesundheit und Heilungsprozesse.
- Bewegung: Auch kleine Bewegungsübungen fördern die Durchblutung und reduzieren Druck auf bestimmte Körperstellen.
Inhaltsverzeichnis
- Was ist Dekubitus?
- Entstehung von Dekubitus
- Die Grade und Stadien von Dekubitus
- Ursachen und Risikofaktoren für Dekubitus
- Prävention und Behandlung von Dekubitus
Fazit: Dekubitus gezielt vermeiden & behandeln
Dekubitus ist eine ernsthafte Herausforderung in der Pflege, doch mit gezielter Prävention, frühzeitiger Diagnose und konsequenter Versorgung lässt sich das Risiko deutlich senken. Pflegehirte unterstützt pflegende Angehörige und Pflegekräfte mit durchdachten Pflegeboxen und hilfreichen Produkten für die Wundversorgung.
Mit der richtigen Ausstattung und Pflegekompetenz wird Dekubitus beherrschbar – für mehr Sicherheit, Gesundheit und Lebensqualität im Pflegealltag.
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